Heimatverein ratzenried

Stimmungsvoll: „Dass der Herr bei Euch einziehen kann“

Der Heimatverein Ratzenried hatte zum traditionellen Adventskonzert eingeladen – Mittelpunkt war das Erzählen der heiligen Familie im Allgäu

Von Vera Stiller

RATZENRIED – Es lag ein besonderer Zauber über der Veranstaltung, zu der der Heimatverein Ratzenried am Sonntag eingeladen hatte. Während drinnen im Foyer der Ratzenrieder Schule die Geschichte der heiligen Familie im Allgäu erzählt wurde und dazu passende Lieder und Instrumentalstücke erklangen, gab der Blick durch die geschmückten Fensterfronten die frisch verschneite Landschaft frei.
Seit 1989 gibt es in jedem Jahr dieses Adventskonzert mit seiner persönlichen Beziehung zur Heimat. Es lässt unverkennbar die Handschrift von Berthold Büchele erkennen. Dieser stellt das jeweilige Programm nicht nur zusammen, er ist auch Autor, Komponist und Arrangeur. Und Bücheles Quartett spielt jene zur Ruhe und Besinnung einladenden Volksmusikstücke, die aus seiner Sammlung stammen: die Mazurka aus Deuchelried, die Ländler aus Bergatreute und Karsee oder insbesondere aus Ratzenried.

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Mittelpunkt der adventlichen Stunde war die von Berhold Büchele nach einer Vorlage von A. M. Miller geschriebene Begegnung mit der „hoilig Familie im Allgai“. Dr. Rainer Jensch trug sie auf so liebenswürdige Weise und mit so viel Gespür für den hier gesprochenen Dialekt vor, dass die Worte im gleichen Maße anrührten wie sie zum Schmunzeln anregten.
Da war von Maria die Rede, die beim Eintreten des Engels „vor Schreck keinen Schnaufer mehr tut“, die zur gerade Brennts Mus zubereitenden Bäs Elisabeth hinunter in den Tobel geht, oder die sich sorgt, zur Volkszählung in die Kreisstadt zu gehen, weil der Weg weit und schlecht gebahnt ist. Da konnte man mit dem Zimmermann Josef auf Stör gehen und dann, als dieser daheim das Verdiente in ein irdenes Töpfle gelegt hat, den Argenboten lesen.
Später auf der Herbergssuche fühlt man förmlich die Enttäuschung, die das Paar beschlichen haben muss, als der Schlossverwalter wegen der Auflagen zum Brandschutz ebenso die Tür weist wie der „Vatikan“, der das Haus voll mit Touristen zur Weihnachtssaison hat. Dann das Wunder der Geburt im Stall und die Frage an die Zuhörer: „Habt ihr auch keinen Platz?“, gefolgt von der Aufforderung: „Zündet gleich zu Hause eine Kerze an und zeigt, dass der Herr bei euch einziehen kann.“

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Zum musizierfreudigen Quartett gehörten neben Berthold Büchele (Violine und Gesang) noch Mechthild Spannagel (Violine), Isabelle Fässler-Büchele (Viola) und Frédéric Büchele (Cello). Angelika Volkert und Ramona Schneider trugen mit feinen Stimmen unter anderem die Alt-Wangener Lieder „Der Mensch gedenkt sich oft“ und „Elternlieb ist ohne Schranken“ vor, Jean-Jacques Schalekamp am Hackbrett, Laura Müller an der Harfe und Heidi Beck mit der Zither fügten die einzelnen musikalischen Teilstücke zum großen Ganzen zusammen.
Schön, dass auch gemeinsam gesungen wurde. Und dass es in der Pause leckeres Früchtebrot und wärmenden Glühwein gab.
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