von Berthold Büchele
Ein 4-bändiges Werk über ein Dorf und eine Landschaft
Dieses Werk ist keine gewöhnliche Ortschronik, sondern stellt weit über das Dorf Ratzenried hinaus
Allgemeingültiges zum ländlichen Leben im Westallgäu früherer Jahrhunderte dar. Das Fachurteil bestätigt
dies. Der Heimatpfleger des Bezirks Schwaben, Dr. Frei, schreibt über dieses Werk: "Die Verflechtung von
örtlichen Ereignissen mit überörtlichen Zusammenhängen sollte für jedes Heimatbuch über den lokalen
Stoff hinaus ein besonderes Anliegen sein. Erst damit wird die Verbindung des einzelnen Ortes mit den
politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen deutlich. Am besten gelingt dieser Anspruch
der Heimatgeschichte von Ratzenried, die insgesamt einen stark pädagogischen Anstrich besitzt. Der
Untertitel "Eine Allgäuer Heimatgeschichte" verrät bereits die Absicht des Autors, an einem Fallbeispiel
Geschichte darzustellen und zu deuten." Nicht zuletzt hat auch das Kultusministerium Baden-Württemberg
das Buch eine wertvolle Hilfe für den Heimatkundeunterricht und die Lehrerfortbildung bezeichnet.
Und schließlich wurde der Heimatverein Ratzenried für die Herausgabe dieses Werkes beim Wettbewerb
"Kommunale Bürgeraktionen" 1992 mit einem Hauptpreis ausgezeichnet.
Berthold Büchele hat mit seinem Werk einen wichtigen Beitrag für die Geschichtsforschung des Westallgäus
geleistet, für ein Gebiet, das seit der willkürlichen Spaltung des Allgäus im 19. Jahrhundert zum
"Niemandsland" zwischen Bayern und Württemberg geworden zu sein scheint. Dem Autor, einem gebürtigen
Ratzenrieder, kam dabei der glückliche Umstand zu Hilfe, dass es wohl wenige Dörfer im Allgäu gibt,
auf die sich ein so reichhaltiges Archivmaterial bezieht. In jahrelanger Forschung hat er zahlreiche
Archive durchforscht und vielfältigste Literatur studiert und so eine Fülle von authentischen
Informationen zum dörflichen Lebensbereich früherer Jahrhunderte zusammengetragen, Informationen
zu gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen und volkskundlichen Sachverhalten.
Band I
berichtet über die Landschaftsgeschichte, die Vorgeschichte, die römische, alemannische und
mittelalterliche Zeit, behandelt die Besiedlung des Westallgäus, den Burgenbau, das Rittertum und -
als Schwerpunkt - die Hierarchie der Bevölkerung und ihre Abhängigkeit von Leib-, Grund-, Gerichts-,
Zehnt- und Landesherr und endet chronologisch mit dem Bauernkrieg.
Erschien 1986, 360 Seiten, 140 Zeichnungen, Karten, Skizzen und Fotos, 3 Farbtafeln, Bucheinband
4-farbig, Fadenheftung.
ISBN 3-9801361-0-8. Preis: € 20,35
Band II
Umfasst die Zeit vom Bauernkrieg bis zur Gegenwart mit den Themenschwerpunkten Absolutismus,
Vereinödung, Säkularisation, Mediatisierung, Teilung des Allgäus in einen bayerischen und einen
württembergischen Teil, Bildung der politischen Gemeinden, Lebensbild der bäuerlichen Bevölkerung
im 19. Jh., Bauernbefreiung, Wandel der Landwirtschaft im 19. Jh., 1. und 2. Weltkrieg. Den Schluss
bildet die Geschichte der Pfarrei, der Schule und der Ratzenrieder Vereine.
Erschien 1988, 416 Seiten, 154 Zeichnungen, Skizzen und Fotos, 4 Farbtafeln. Bucheinband 4-farbig,
Fadenheftung.
ISBN 3-9801361-1-6. Preis: € 20,35
Band III
Dieser Band widmet sich vor allem der Frage "Lieb Heimatland, ade?" Hier wird auf den Ebenen der
Region Allgäu und des Einzeldorfes Ratzenried untersucht, inwieweit unsere Heimat durch den
Geschichtsverlust ausgehöhlt ist. Anhand politischer, kirchlicher und geographischer Strukturen,
anhand der Landschafts-, Landwirtschafts- und Kulturgeschichte (Dialekt, Tracht, kirchliches und
weltliches Brauchtum, Kirchenmusik und Volksmusik, Theater, Sagen, alte Spiele, Rezepte, Kirchen-
und Hausarchitektur) wird untersucht, wie im Laufe der Zeit das entstand, was wir "Heimat" nennen,
wann und wie sich diese Heimat veränderte und was heute davon noch übrig ist. Die Schlussbilanz ist
entsprechend alarmierend. Umso mehr wird deutlich gemacht, dass es gilt, das wenige noch Verbliebene
als kostbare Eigenart zu bewahren und gegen den weiteren Verlust der Heimat anzukämpfen.
Erschien 1990, 526 Seiten, 215 Zeichnungen, Skizzen und Fotos, 4 Farbtafeln. Bucheinband 4farbig,
Fadenheftung.
ISBN 3-9801361-2-4. Preis: € 22,40

Band IV
Chronik der Ratzenrieder Häuser
Alphabetisches Register sowie Literatur- und Quellenangabe aller 4 Bände
Erschien 1993, 204 Seiten, 60 Bilder, Bucheinband 4-farbig, Fadenheftung.
ISBN 3-9801361-3-2. Preis: € 16,80
von Berthold Büchele
Die Oberschwäbische Barockstraße ist längst eine Pilgerstraße geworden für diejenigen, die die Einheit von Landschaft und Barockkultur in allen Schattierungen hautnah erleben wollen. Während die barocken Kirchen- und Klosterbauten Oberschwabens in den letzten Jahrzehnten mit viel Aufwand renoviert wurden und zahllose Bücher die Perlen der oberschwäbischen Barockkunst dokumentieren, fiel die Musik, die einst untrennbar mit dem barocken Gesamtkunstwerk Oberschwabens verbunden war, rund 200 Jahre einem fast völligen Vergessen anheim. Deshalb widmet sich Berthold Büchele, der in Stuttgart Musik studiert hat, diesem Bereich im Besonderen. In 10-jähriger Forschungsarbeit hat er im südlichen Oberschwaben und im Allgäu weit über 2000 Handschriften registriert und rund 6000 Tänze sowie 2500 Lieder gesammelt.

Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass Berthold Büchele auf die Ostracher
Liederhandschrift gestoßen ist, eine der ältesten weltlichen Liederhandschriften Oberschwabens
(aus der Zeit um 1740), die bisher im allgemeinen Bewusstsein völlig unbekannt war und ein für
diese Landschaft kulturgeschichtlich höchst interessantes Werk ist. Die Liedtexte - teilweise im
Dialekt - verraten einerseits die oberschwäbische, andererseits die barocke Vorliebe fürs Pralle
und Deftige. Die Kindererziehung, das Leben im Kloster, Ehestreitigkeiten, das Trinken, die Mode,
die Moral - all dies wird in satirischer und unverblümter Weise in der Art eines barocken
"Liedermachers" dargestellt. Alles in allem ergibt sich für den Hörer ein lebendiges Zeitdokument
der damaligen Zustände, die von den heutigen gar nicht so weit entfernt sind.
Berthold Büchele hat diese Handschrift in moderne Schlüssel übertragen und mit dreistimmigen Sätzen
versehen, so dass sie entweder solistisch mit Klavier- oder Streicherbegleitung oder im Chor
gesungen werden können.
Erschien 1993, 80 Seiten mit 46 Liedern sowie vielen originalen Notenbeispielen, DIN A 4, farbiger
Einband, Rückendrahtheftung.
ISBN 3-9801361-4-0. Preis: € 10,30 (Mengenrabatt ab 10 Stück)
ISM 700149-04-8
Heft I: Barock
Ebenso groß ist die Lücke in der barocken Tanz- und Instrumentalmusik aus Oberschwaben. Aus seinem
reichen Fundus hat Berthold Büchele eine Sammlung von Barocktänzen zusammengestellt - die erste ihrer
Art in Oberschwaben - und für die praktische Aufführung eingerichtet. Es handelt sich dabei um Tänze
wie Allemande, Courante, Sarabande, Menuett, Gavotte, Passepied, Polonaise, Siciliano, Gigue usw.,
die bisher nur in Tanzsammlungen der bekannten Barockkomponisten zu finden waren. Eine besondere
Rarität stellen zwei Dudelsackstücke dar. Diese Tänze, größtenteils entstanden zwischen 1720 und 1750,
vermitteln ein lebhaftes Bild der Tanzmusik, die damals in Oberschwaben und im Allgäu bei Festen in
Klöstern, Schlössern, Städten und auch auf dem Lande getanzt und gespielt wurden.
Um die Tänze einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, hat der Herausgeber die meist ein-
oder zweistimmigen Tänze zur Dreistimmigkeit erweitert. Auf diese Weise können die Tänze mit
Streichtrio (2 Violinen und Baß) oder mit Streichorchester gespielt werden, mit Flötengruppen oder
mit bunt zusammengewürfelten Stubenmusiken.
Darüber hinaus stellt dieses Heft die bisher umfangreichste Sammlung von ausschließlich
oberschwäbischen Stücken für Tasteninstrumente dar. Damit können Klavier- oder Orgelspieler nun auf
die Orgelliteratur zurückgreifen, die einst für die berühmten oberschwäbischen Barockorgeln
komponiert wurden. Dazu zählten eben nicht Werke eines Bach, sondern vorwiegend Tänze und
Charakterstücke in der vorliegenden Art.
Erschien 1994, 88 Seiten mit 60 Tänzen und Spielstücken sowie Bildern. DIN A 4, farbiger Einband,
Rückendrahtheftung.
ISBN 3-9801361-5-9. Preis: € 10,30 (Mengenrabatt ab 10 Stück)
ISM 700149-02-4
Heft II: Klassik
Mit dem zweiten Tanz-Heft rückt Berthold Büchele den Zeitraum zwischen 1750 und 1805 ins Blickfeld.
Zum ersten Mal zeigen sich in dieser Ausgabe die Klöster Weingarten, Marchtal, Schussenried, Buchau,
Gutenzell, Rot, Ulm und Kempten von der tänzerischen Seite, ebenso wie die Städte Biberach und
Memmingen mit ihren Lokalkomponisten Knecht und Rheineck. Daneben enthält dieses Heft zum ersten
Mal auch Tänze aus den Adelshäusern Oberschwabens. Dieser höfische Bereich der oberschwäbischen
Musikgeschichte ist in seiner Dimension bisher überhaupt noch nicht erfasst worden. Das Heft enthält
Kontratänze, Menuette, Deutsche Tänze, Polonaisen, Anglaisen, Langaus u.a. und dokumentiert in
eindrucksvoller Weise den Umbruch der alten Barockästhetik zu neuen, bürgerlichen Ideen. Die Sätze
sind zwei- bis 4-stimmig und können in verschiedenen Zusammensetzungen musiziert werden
(auch mit Klavier).
Erschien 1995, 88 Seiten mit 56 Tänzen und Spielstücken sowie Bildern. DIN A 4, farbiger Einband,
Rückendrahtheftung.
ISBN: 3-9801361-6-7. Preis: € 10,30 (Mengenrabatt ab 10 Stück)
ISM: 700149-03-1
Eine große Lücke klafft auch in der barocken Orgelmusik Oberschwabens, zumal die Barockorgeln
als Zeugen der einstigen Orgelmusikblüte Oberschwabens ja teilweise noch vorhanden sind und
zusammen mit den Kirchenbauten ebenfalls renoviert wurden; die Musik dagegen, die auf diesen
Orgeln gespielt wurde, blieb größtenteils unbekannt.
Um diese Lücke zu füllen, begann Berthold Büchele 1997 mit dieser Reihe. Damit soll ein wichtiger
Beitrag zum Gesamtkunstwerk Oberschwabens geleistet werden, in dem nicht nur die Orgelprospekte
und die ganz auf Farbigkeit angelegten Orgelregister, sondern auch die sinnenfrohen
Orgelkompositionen eine ideale Ergänzung der farbenprächtig und schwungvoll gestalteten Kirchenräume
darstellen.
Heft I
Enthält eine Parthia aus der Klavierübung des Ulmer Münsterorganisten C.M.Schneider sowie
Einzelstücke von Bieling und Auffmann (Kempten), S.Bachmann (Marchtal), Bucher (Wangen),
Rosengart und Praelisauer (Ochsenhausen), Gaumer (Isny) und anderen anonymen Komponisten.
Erschein 1997, 56 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung
ISBN 3-9801361-8-3 Preis: € 10,30
ISM 700149-01-7
Heft II
Enthält ausschließlich Kompositionen der oberschwäbischen Praemonstratenserkomponisten:
I. Kayser und Sixtus Bachmann (Marchtal), Augustin Büx (Schussenried), Nikolaus Betscher
(Rot). Neben konzertanten und virtuoseren Stücken stehen tanzartige Sätze, Charakterstücke
und Fugen. Die Stücke können auch auf dem Cembalo gespielt werden. Weitere Hefte werden in
den nächsten Jahren folgen.
Erschien 1998, 60 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung.
ISBN 3-9801361-9-1 Preis: € 10,30
ISM 700149-00-0
Heft III
Enthält eine Partita von C.M.Schneider (Ulm), Stücke von Sixtus Bachmann, Ambros Lutzenberger und Johann Anton Auffmann, aus dem Immenrieder und Aichstettener Orgelbuch, aus einer Orgelhandschift aus Wolfegg sowie aus dem Isnyer Notenbuch.
Erschien 2008, 52 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung,
ISM 700149-31-4 Preis: € 10,30
Heft IV
Herausgegeben von Berthold Büchele und Bernhard Arbogast
Enthält die 2. Parthia von C.M. Schneider aus Ulm, die 2. Parthia von P. Augustin Büx aus Schussenried, einzelne Sätze von P. Magnus Schnitzer aus Füssen, P. Felix Gass aus Uttenweiler (bzw. Freiburg), aus dem Schlagbuch von Biberbach (1735) und ein Praeludium von Anton Auffmann aus Kempten.
Erschien 2009, 52 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung,
ISM 700149-33-8, Preis 10,30 Euro

Mit den gängigen Weihnachtsbüchern hat dieses Buch nichts gemein. Hier geht es nicht um die
abgedroschenen Klischés vom "Weihnachtsmann", vom "leise rieselnden Schnee" und vom "Kling,
Glöckchen, klingelingeling", sondern um Spezielles aus dem westlichen Allgäu. Hier werden zum
ersten Mal Klosen- und Weihnachtslieder veröffentlicht, die in kaum einem Liederbuch zu finden
sind bzw. teilweise einmalig im deutschsprachigen Raum sind. Es sind dies rund 50 im Westallgäu
mündlich oder schriftlich überlieferte Lieder vorwiegend aus dem 18. und 19. Jh. Außerdem sind
auch einige Instrumentalstücke aus dem Westallgäu vertreten.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden alte Klosen- und Weihnachtsbräuche aus dem Westallgäu, wo sich
christliches und mythisch-magisches Gedankengut seltsam vermischen. Einen besonderen Flair erhält
das Buch auch durch Gedichte in westallgäuer Mundart sowie durch Rezepte und Bilder. Durch diese
Mixtur aus speziellen Allgäuer Besonderheiten werden dem Leser wenig bekannte Einblicke in das
lokale Brauchtum dieser Region ermöglicht.
Erschien 1996, 120 Seiten, DIN A 4, kartonierter Einband mit 4-Farben-Druck, Fadenheftung.
ISBN 3-9801361-7-5 Preis: € 12,80
ISM 700149-05-5
für Blockflötenquartett bearbeitet
Nach der Herausgabe von oberschwäbischen barocken und klassischen Tänzen für Trio-Besetzungen hat
Berthold Büchele eine Auswahl aus den bisherigen Veröffentlichungen für Blockflötenquartett
bearbeitet. Die Tänze werden im Vorwort kurz beschrieben und eignen sich nicht nur zur rein
konzertanten Aufführung, sondern auch als Begleitung für Tanzgruppen. Gerade durch diese
Tanzmusikreihe könnte die Wiederentdeckung der historischen Tänze unserer Gegend als weiterer
Akzent der oberschwäbischen Kulturlandschaft gefördert werden.
Heft I
Enthält barocke Tänze wie z.B. Allemande, Sarabande, Gigue, Gavotte, Menuett, Rigaudon und
Bourrée aus Ochsenhausen, Isny und Weiler.
Erschien 1999, 24 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung
ISMN 700149-06-2, Preis: € 5,65
Heft II
Enthält oberschwäbische Tänze des 17. und 18. Jahrhunderts wie Gaillarde, Allemande, Sarabande,
Danz, Polonaise, Pastorella, Canarie, Bauerntanz aus Ochsenhausen, Ottobeuren, Tettnang, Stotzingen,
Illertissen, Immenstadt.
Erschien 2001, 24 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung
ISMN 700149-08-6, Preis: € 5,65
Lieder und Bräuche aus Oberschwaben und dem Allgäu
Alemannia non cantat - in Schwaben singt man nicht. Dieser Ausspruch - über Generationen überliefert -
hat schon manchen schwäbischen Volksliedforscher entmutigt.
Der Ratzenrieder Musik- und Heimatforscher Berthold Büchele wollte es genauer wissen: 10 Jahre lang hat
er im südlichen Oberschwaben und im Allgäu volkskundliche Themen erforscht und besonders auch nach
Liedern geforscht. Dabei machte er an heutigen politischen Grenzen nicht Halt. Für ihn galt der
Bereich der alten Kulturlandschaft Oberschwaben von der Ostschweiz über den Bodenseeraum, das (heute)
württembergische Oberschwaben bis zum (heute) bayerischen Regierungsbezirk Schwaben (der eigentlich
"bayerisches Oberschwaben" heissen müsste).
Bei seiner Forschungsarbeit hat er Hunderte von alten Sängern befragt und Lieder auf Tonband und auf
Papier festgehalten. Ein wichtiges Informationsmaterial stellten auch Liederhefte dar. Dabei wurden
grundsätzlich nur handgeschriebene Liederhefte herangezogen, weil nur sie garantieren, dass die
darin - sozusagen als Gedächtnisstütze - aufgeschriebenen Lieder auch wirklich "im Volksmund" waren.
So kamen insgesamt ca. 100 Liederhefte aus dem 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zusammen.
Gleichzeitig hat der Autor in Archiven und Bibliotheken nach oberschwäbischem Liedgut geforscht.
In der Zwischenzeit hat er eine Sammlung von rund 3000 Liedern, gegliedert nach Titel, Herkunftsort,
Zeit der schriftlichen bzw. tonbandlichen Fixierung usw. Überraschendes Fazit: Gesungen hat man
hierzulande sehr wohl und viel, nur sind bodenständige Lieder Mangelware. Dagegen sang man vorwiegend
hochdeutsche Lieder oder solche aus dem bayrisch-österreichischen Umfeld. Deshalb müsste man den
Spruch umformulieren und überspitzt sagen: "In Oberschwaben singt man keine oberschwäbischen Lieder."
Ein Grund dafür dürfte die Eigenart der Schwaben sein, die eigene Kultur leicht zugunsten anderer
Einflüsse aufzugeben.
Primäres Kriterium bei der Liedauswahl für dieses Buch war, Lieder aufzunehmen, die in Oberschwaben
entstanden sind. Da Lieder niemals an Grenzen Halt machen und über Handwerksburschen, Soldaten,
Einwanderer usw. leicht "transportiert" und "umgesungen" werden konnten, ist natürlich nie mit letzter
Sicherheit zu sagen, ob ein Lied wirklich in Oberschwaben entstanden ist.
Als sekundäres Kriterium galt deshalb, solche Lieder zu veröffentlichen, die hier gesungen und
aufgeschrieben wurden, natürlich vorrangig diejenigen, die in oberschwäbischer Mundart überliefert
sind. Deshalb auch die Aufforderung im Titel, wieder mehr schwäbisch zu singen. Dabei handelt es sich
in diesem Buch - grob gesagt - um drei oberschwäbische Mundarten: diejenige vom Albrand, in der z.B.
Sebastian Sailer und C.B.Weitzmann dichteten; diejenige, die man heute im Allgemeinen als "Alemannisch"
bezeichnet, in Wirklichkeit aber "Altschwäbisch" heißen müsste, da sie letzte Überreste des
Mittelhochdeutschen aus dem Mittelalter darstellt (sie wird heute noch in Südoberschwaben, im
Westallgäu und im Bodenseeraum gesprochen); schließlich die Mundart, die man "Neuschwäbisch" heißen
könnte und die seit mehreren Jahrhunderten von Augsburg und Stuttgart her immer mehr das Altschwäbische
verdrängt und heute in Oberschwaben am meisten gesprochen wird - allerdings mit typisch
oberschwäbischen Färbungen. Wie es die geographische Lage Oberschwabens mit sich bringt, sind viele
Lieder auch vom bayerischen Dialekt beeinflusst. Eine vereinfachte phonetische Schreibweise
ermöglicht es auch "Reingeschmeckten", die Lieder zu singen.
Ein wichtiger Bereich des Buches sind die Heimatlieder, die den Bereich der alten Kulturlandschaft
Oberschwaben dokumentieren. So findet man hier ein Lied aus dem 18. Jahrhundert, in dem noch alle
oberschwäbischen Reichsstädte von Augsburg bis Konstanz mit lustigen Ortsneckereien vertreten sind,
ein Lied (ebenfalls 18. Jh.), indem sich die schwäbischen und schweizer Nachbarn hänseln, und natürlich
spezielle Allgäulieder.
Auch der Bereich des deftig-derben oberschwäbischen Humors, der in vielen Liederbüchern ausgeklammert
wird, aber eben zum Charakter Oberschwabens gehört, sollte hier nicht zu kurz kommen. Dieser Bereich
wurde in bisherigen Liedersammlungen ausgeklammert, weil nicht eine objektive Darstellung des
Ist-Zustandes, sondern pädagogische Absichten im Vordergrund standen, die derbe Lieder als
"Gipftpflanzen" bezeichneten.
Daneben galt es, besondere lokale Traditionen zu dokumentieren. Dazu gehört z.B. die Besonderheit,
dass sich hier an wenigen Punkten uralte Balladen erhalten haben, die zwar meist in hochdeutsch
gehalten sind, aber dennoch - indem sie sich in Oberschwaben über viele Jahrhunderte hinweg halten
konnten - zu einem Stück seiner Kultur wurden.
Eine besondere regionale Besonderheit sollte auch durch die Aufnahme von einigen Liedern aus der
Schweiz, aus Vorarlberg, Bayern und Tirol dokumentiert werden. Freilich sind sie in diesem Buch
nur eine Randerscheinung, da ja das oberschwäbische Lied im Mittelpunkt stehen soll.
Zusätzlich sollten durch eine gezielte Auswahl historischer Lieder auch wichtige Etappen der
oberschwäbischen Geschichte dokumentiert werden. So findet man in dem Buch Zeugnisse des
mittelalterlichen Minnegesangs, Lieder aus dem Bauernkrieg und dem 30jährigen Krieg, aus der
Barockzeit, der Ära der Napoleonischen Kriege, aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert.
Schließlich fanden auch einige geistliche Volkslieder aus dem 15. bis 19. Jahrhunderts Aufnahme
und solche Lieder, die ursprünglich aus dem Kunstmusikbereich stammten, aber im Volk aufgenommen
wurden - sog. Kunstlieder im Volksmund -, da sie auch ein Stück Musikgeschichte aufscheinen lassen.
Hier sind Lieder von regionalen Komponisten wie Rheineck (Memmingen), Fehr (Kempten), Betscher (Rot),
Knecht (Biberach) u.a. vertreten. Weitere Themen des Buches sind Feste und Bräuche, Kindheit und
Jugend, Liebe, Ehestand, dörfliche Berufe, Lebensfreuden und Scherz.
Das Buch ist Anfang November 2000 erschienen und umfasst 304 Seiten mit ca. 220 Liedern.
Informationen über den jeweiligen kulturgeschichtlichen Hintergrund der Lieder sowie Bilder
verleihen dem Buch einen zusätzlichen Reiz.
ISMN M-700149-07-9
ISBN 3-9803832-1-0
Preis: € 17,40
Heitere und besinnliche Lieder des Paters Laurentius von Schnüffis

Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr des Konstanzer Kapuzinerpaters Laurentius von Schnüffis, der
genau vor 300 Jahren gestorben ist, hat Berthold Büchele diesem bedeutendsten Barocklyriker
und Komponisten des Bodenseeraumes eine Edition gewidmet. Schnüffis, ein Meister fein
geschliffener Gedichte und origineller Melodien, ist bisher noch viel zu wenig bekannt und
stellt für Literatur- und Musikkenner eine interessante Entdeckung dar. In seinen Liedern
karrikiert er mit viel Scharfsinn und Humor die Übel seiner Zeit, die in ganz frappanter Weise
auch auf die heutige Zeit zutreffen. Reise- und Modesucht, Geiz, Falschheit der Politiker,
unmäßiges Essen und Trinken, verkehrte Welt - all dies nimmt der barocke Liedermacher aufs Korn.
Erschien 2002, 55 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung
ISMN M-700149-10-9
Preis:€ 10,30
Anlässlich des 250.Geburtstages des Marchtaler Komponisten Sixtus Bachmann (1754-1825)
veröffentlichte Berthold Büchele 2004 eine Auswahl seiner Sonaten, Fugen und andere Stücke für
Orgel und Klavier, einen Satz aus der Violinsonate „Arlequinade“, sowie ein Klavierlied und die
Kantate „Der verlorene Sohn“ für Tenor, Bass und Klavier (Orgel). Besonders sensationell ist,
dass ein Satz aus den bisher als verschollen geglaubten und von Berthold Büchele wiederentdeckten
Sonaten „zum Schlagen“ nun im Druck erscheint. Bei den veröffentlichten Werken zeigt sich Bachmann
nicht nur als virtuoser Klavierspieler, geschickter Kontrapunktist und Liederkomponist, sondern
auch von der experimentellen und humorvollen Seite mit einem Stück, das man vor- und rückwärts
spielen kann; selbst Kadenzen auf Jahreszahlen hat er komponiert (einschließlich auf sein Todesjahr).
Erschien 2004, 48 Seiten, kartonierter Einband, Rückendrahtheftung
ISMN 700149-10-9
Preis 10 Euro
herausgegeben von Berthold Büchele und Manfred Schwendner
Diese Sonaten galten als verschollen und sind eine wertvolle Bereicherung des Gesamtwerkes von Bachmann.
Erschien 2009, 67 Seiten, DIN A 4, farbiger Einband, Rückendrahtheftung,
ISM 700149-32-1,
Preis 11,30 Euro
Alle Bücher und Musikhefte sind zu beziehen
beim 1. Vorsitzenden des Heimatvereins
Hans Knöpfler
Obere Halde 16
88260 Ratzenried
Fax: 07522/913321
E-Mail: h.knoepfler(at)t-online.de
und beim Autor:
Berthold Büchele
Humpißweg 28
88260 Ratzenried
Tel/Fax: 07522/3902
E-Mail: bertholdbuechele(at)web.de
Die Preise verstehen sich ab Verlag zuzüglich Porto und Verpackung.
Die Bücher sind auch in allen Buchhandlungen erhältlich. Hier gelten Buchhändlerpreise.